Häufig gestellte Fragen zum Thema Ernährung und RDS

  1. Ich leide an Fruktosemalabsorption und mir wurde mitgeteilt, dass ich RDS habe. Muss ich die Aufnahme von Fruktose/FODMAPs einschränken?
  2. Ich leide an Fruktosemalabsorption, aber ich habe nicht RDS. Muss ich die Aufnahme von Fruktose/FODMAPs einschränken?
  3. Ich wurde auf Fruktose- und Laktosemalabsorption getestet und mein Atemtest war negativ. Bedeutet das, dass mein RDS durch eine Diät nicht kontrolliert werden kann?
  4. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Parasitenbefall oder Gastroenteritis und RDS?
  5. Was ist der Unterschied zwischen “glutenfreien“ und “weizenfreien“ Lebensmitteln? Muss ich die Aufnahme von Gluten einschränken?
  6. Wie passt Saccharose (Rohrzucker) zur FODMAP-armen Ernährungsweise?
  7. Was passiert, wenn ich die Diät unterbreche?
  8. Sollte man die Diät lebenslang einhalten?
  9. Wie sieht es mit anderen Methoden zur Kontrolle von RDS (zum Beispiel Probiotika) aus?
  10. Gibt es noch etwas anderes, was Aufnahme von FODMAPs verbessern kann?

1. Ich leide an Fruktosemalabsorption und mir wurde mitgeteilt, dass ich RDS habe. Muss ich die Aufnahme von Fruktose/FODMAPs einschränken?

Ja. Wenn Sie mit RDS diagnostiziert worden sind und mit dem Atemtest festgestellt wurde, dass Sie an Fruktosemalabsorption leiden, dann sollten Sie ein Übermaß an Fruktose und anderen FODMAPs (Fruktane, GOS und Polyole) vermeiden. Wir empfehlen Ihnen nachdrücklich, eine qualifizierte Ernährungsfachkraft aufzusuchen, die in diesem Bereich Erfahrung hat. Diese kann Ihnen bei richtigen Durchführung der FODMAP-Ausschlussdiät und bei der nachfolgenden strukturierten Wiedereinführung von FODMAPs in Ihren Ernährungsplan beratend zur Seite stehen. Es ist möglich, dass Sie kleine Mengen an Fruktose (und andere FODMAPs) tolerieren können, ohne dass sich Ihre Symptome verschlimmern.

2. Ich leide an Fruktosemalabsorption, aber ich habe nicht RDS. Muss ich die Aufnahme von Fruktose/FODMAPs einschränken?

Nein. Eine Fruktosemalabsorption ist bei Gesunden ein normales Phänomen und FODMAPs müssen nur eingeschränkt werden, wenn sie unerwünschte gastrointestinale Symptome hervorrufen (das heißt, im Zusammenhang mit RDS).

3. Ich wurde auf Fruktose- und Laktosemalabsorption getestet und mein Atemtest war negativ. Bedeutet das, dass mein RDS durch eine Diät nicht kontrolliert werden kann?

Nein. Oligosaccharide (Fruktane und GOS) werden von allen Menschen schlecht verdaut, so dass diese FODMAPs bei Personen mit RDS sehr wahrscheinlich Beschwerden verursachen. Die Malabsorption von Polyolen (z.B. Sorbit, Mannit) wird nicht routinemäßig getestet. Auch diese können jedoch Symptome hervorrufen. Daher werden Sie wahrscheinlich davon profitieren, wenn Sie den Konsum von Fruktanen, GOS und Polyolen einschränken. Eine qualifizierte Ernährungsfachkraft kann Ihnen dabei helfen herauszufinden, welche anderen FODMAPs bei Ihnen als potentielle Auslöser wirken können.

4. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Parasitenbefall oder Gastroenteritis und RDS?

Es gibt Hinweise darauf, dass fast ein Drittel aller Personen nach einer Gastroenteritis (Magen-Darm-Entzündung) fortdauernde Magen-Darm-Beschwerden entwickelt, die als postinfektiöses Reizdarmsyndrom (PI-RDS) bekannt sind. Nach einer schwerwiegenden oder langlebigen Gastroenteritis ist das Risiko, ein PI-RDS zu entwickeln, besonders hoch. Es wird vermutet, dass durch eine Gastroenteritis Veränderungen in der Art und der Anzahl von Darmbakterien verursacht werden. Weiterhin können andauernde Entzündungen und/oder Schädigungen der Darmschleimhaut entstehen, was dann zu diesen fortdauernden Beschwerden führt.

5. Was ist der Unterschied zwischen “glutenfreien“ und “weizenfreien“ Lebensmitteln? Muss ich die Aufnahme von Gluten einschränken?

Eine strikte lebenslange "glutenfreie" Diät ist nur erforderlich, wenn Sie mit Zöliakie diagnostiziert worden sind. Zöliakie ist eine Autoimmunkrankheit, bei der es bei der Aufnahme von Gluten zu Entzündungen im Dünndarm kommt. Versichern Sie sich, dass Sie fachgerecht auf Zöliakie untersucht worden sind, bevor Sie Gluten aus Ihrem Ernährungsplan streichen. Bei einer FODMAP-armen Ernährungsweise werden Fruktane und andere FODMAPs reduziert, aber nicht Gluten. Gluten ist das Protein, das in Weizen, Roggen und Gerste vorkommt. Diese Getreide haben ebenfalls einen hohen FODMAP-Gehalt (meist Fruktane). "Glutenfreie" Lebensmittel basieren in der Regel auf Reismehl, Maismehl oder Maisstärke, Kartoffelmehl und Quinoa, welche allesamt FODMAP-arm sind. Deshalb bedeutet eine Entscheidung für "glutenfrei" oft auch eine Entscheidung für FODMAP-arm. Beachten Sie, dass "glutenfreie" Lebensmittel oft FODMAP-reiche Zutaten enthalten (zum Beispiel Zwiebeln, Birnen oder Honig). Lesen Sie deshalb genau die Zutatenliste. Die Entscheidung, eine streng glutenfreie Diät einzuhalten, wenn nur eine FODMAP-arme Ernährung erforderlich ist, führt zu unnötigen Einschränkungen. Haferflocken und Dinkelbrot zum Beispiel enthalten Gluten, sind aber relativ FODMAP-arm und deshalb in angemessenen Portionen für eine FODMAP-arme Diät geeignet.
Gluten findet sich zusätzlich in Produkten, die aus Weizen, Roggen und Gerste hergestellt werden, wie zum Beispiel Weizenstärke, Verdickungsmittel und Gerstenmalz. Diese Zutaten kommen in vielen Produkten zur Verwendung und finden sich unter anderem in Sojasoße, Süßwaren, Mayonnaise, Joghurt und vielem mehr. Diese Produkte enthalten Gluten und müssen bei einer glutenfreien Diät aufgrund von Zöliakie vermieden werden; sie weisen aber keinen hohen Gehalt an Fruktanen auf und sind deshalb für eine FODMAP-arme Ernährung geeignet.

Mit “weizenfrei" werden alle Lebensmittel bezeichnet, bei deren Herstellung kein Weizen verwendet wird. Allerdings können “weizenfreie" Lebensmittel immer noch "glutenhaltige" Getreide enthalten, wie zum Beispiel Roggen, Gerste, Hafer und Dinkel und ebenso "fruktanhaltige" Getreide, wie zum Beispiel Roggen und Gerste. Weizenfrei bedeutet nicht zwangsläufig auch FODMAP-arm und die Zutaten von als "weizenfrei" ausgewiesenen Produkten sollten auf ihren FODMAP-Gehalt geprüft werden.

6. Wie passt Saccharose (Rohrzucker) zur FODMAP-armen Ernährungsweise?

Saccharose ist ein Disaccharid (2 Zuckereinheiten), das zu gleichen Teilen aus Glukose und Fruktose besteht. Saccharose wird im Dünndarm erfolgreich abgebaut und resorbiert. Kleine Mengen (z.B. 1 oder 2 Teelöffel in einem heißen Getränk oder eine kleine Handvoll von Süßigkeiten) werden in der Regel gut toleriert. Von manchen RDS-Patienten werden größere Mengen an Saccharose schlecht vertragen. Deshalb ist es am besten, auf größere Mengen zu verzichten (z.B. auf eine große Portion eines regulären Softdrinks).

7. Was passiert, wenn ich die Diät unterbreche?

Das Hauptziel einer FODMAP-armen Ernährungsweise besteht in einer guten Symptomkontrolle. Bei einer gelegentlichen Einnahme von FODMAPs können Symptome ausbleiben, wenn die FODMAP-Gesamtbelastung in Grenzen gehalten wird. Treten erneut Magen-Darm-Symptome auf, dann sollten Sie zu einer strengen FODMAP-armen Diät zurückkehren; in der Regel verbessern sich dann die Beschwerden innerhalb von 1-3 Tagen.

8. Sollte man die Diät lebenslang einhalten?

Nein. Es wird empfohlen, dass eine strenge Diät, bei der FODMAPs komplett gemieden werden, für 2-6 Wochen durchgeführt wird. Danach sollte eine Auswertung durch eine/n ErnährungsberaterIn erfolgen. Der/die ErnährungsberaterIn kann dann mit Ihnen besprechen, welche FODMAP-haltigen Nahrungsmittel (und wie viel) schrittweise wieder in Ihren Speiseplan eingeführt werden können. Der Ernӓhrungsplan sollte individuellen Bedürfnissen angepasst werden. Viele Patienten sind in der Lage, weitgehend zu ihrer ursprünglichen Ernährungsweise zurückzukehren. Häufig muss nur darauf geachtet werden, dass bestimmte FODMAP-reiche Nahrungsmittel nicht in zu großen Mengen konsumiert werden. Weiterhin haben neuere Untersuchungen gezeigt, dass eine strenge FODMAP-arme Diät auf längere Sicht die Anzahl von bestimmten nützlichen Bakterien im Darm reduzieren kann. Auch deshalb ist es ratsam, nicht unnötigerweise einer strengen FODMAP-armen Diät zu folgen und sich von einer qualifizierten Ernährungsfachkraft zur sachgemäßen Wiedereinführung von FODMAP-haltigen Lebensmitteln beraten zu lassen. Aktuelle Forschungen befassen sich mit dem Einfluss, welchen die Darmflora auf das Krankheitsgeschehen hat.

9. Wie sieht es mit anderen Methoden zur Kontrolle von RDS (zum Beispiel Probiotika) aus?

Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die einen günstigen Einfluss auf die Darmgesundheit haben. Es gibt einige Anzeichen dafür, dass Probiotika bei Reizdarm-Symptomen helfen können. Dies kann jedoch variieren und ist abhängig davon, welche probiotische Zubereitung verwendet wird.
Wir empfehlen Ihnen, verschiedene Methoden zur Symptomkontrolle auszuprobieren. Beginnen Sie mit einer FODMAP-armen Ernährungsweise. Wenn sich Ihre Beschwerden nach einer 2-6 wöchigen Diät nicht verbessern, besprechen Sie mit dem/der ErnährungsberaterIn andere Strategien zur Kontrolle Ihrer Symptome und auch die Möglichkeit, Probiotika einsetzen.

10. Gibt es noch etwas anderes, was Aufnahme von FODMAPs verbessern kann?

Wir untersuchen gegenwärtig, inwiefern Glukose bei der Aufnahme von überschüssiger Fruktose helfen kann. Die Ergebnisse dieser Studien sind jedoch noch nicht abgeschlossen. Wir wissen, dass verschiedene Produkte, die das Enzym Laktase enthalten (in Apotheken erhältlich als Tropfen oder Tabletten), verwendet werden können, um die in der Milch und in anderen Milchprodukten vorkommende Laktose abzubauen. Es lohnt sich, diese auszuprobieren, wenn Sie an Laktosemalabsorption leiden.